”Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.”
Bertolt Brecht

Immer weiter!

Julia Irmen (35) aus Osterhofen stand kurz davor, in ihrer neuen Sportart Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Da reißt sie sich beim Vorbereitungstraining das Kreuzband. Die Deutsche fällt ins Wasser, Julia Irmen wird in der Klinik am Isar Park operiert. Die PZ trifft die mehrfache Kickbox-Weltmeisterin in der Plattlinger Physiotherapiepraxis Artur Frank zwischen Lymphdrainage und Krankengymnastik zum Interview.

Wie ist das mit dem Knie passiert?
Julia Irmen: Ein Sportunfall natürlich. Mein Trainingspartner hat meinen Unterschenkel eingeklemmt und sich mit dem Oberschenkel gedreht, da hat’s „Knack“ gemacht.

Sie betreiben inzwischen eine neue Sportart.
Ich hab letztes Jahr mit BJJ angefangen, das ist Brazilian Jiu-Jitsu, also Bodenkampf. Ich bin dieses Jahr schon bei der Bayerischen Meisterschaft gestartet, da bin ich Zweite geworden, und in Salzburg habe ich ein internationales Turnier gewonnen.

Aus der Deutschen Meisterschaft ist jetzt aber nichts geworden …
Also das hat schon an mir genagt, es ist auf jeden Fall ärgerlich gewesen. Die Verletzung ist mitten in der Vorbereitung, zwei Wochen vor der Meisterschaft, passiert.

Sport spielt in Ihrem Leben eine riesige Rolle, zurzeit ist er aber tabu.
Ja, das ist schwierig. Ich glaube vor allem auch für mein Umfeld, weil ich anstrengend bin, wenn ich mich nicht bewegen kann – um das mal freundlich auszudrücken. Aus ärztlicher Sicht mache ich schnelle Fortschritte, aber für mich sind sie halt zu langsam. Der normale medizinische Plan, nach dem richte ich mich nicht so sehr. Ich glaube, ich bin eine schwierige Patientin. Die Therapeuten und auch Dr. Thore Zantop, der mich operiert hat, sind aber sehr verständnisvoll.

Wann sind Sie wieder auf den Beinen?
So schnell wie möglich!

Interview: Kristin Winderl/Plattlinger Zeitung