”Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.”
Bertolt Brecht

Last Fight 07.05.2015

Es war eine Top-Leistung von ihr“, lobte Trainer Mladen Steko seine Vorzeigeathletin Julia Irmen, nachdem sie in einem einseitigen Kampf ihren WKU-Weltmeisterschaftstitel im Mittelgewicht (bis 60 kg) verteidigt hatte. Zehn Runden dominierte Irmen ihre acht Jahre jüngere, aus Italien stammende Herausforderin, Martine Michieletto, nach Belieben. Rund 2000 Fans verfolgten den Kampf in den Deggendorfer Stadthallen und peitschen die Wahl-Osterhofenerin mit lautstarken Rufen voran. Alle drei Punktrichter sahen Irmen am Ende klar vorne (100 zu 90, 100 zu 92 und 100 zu 91).

image

Sie kämpfte taktisch klug und ohne Gnade. Eindrucksvoll bewies Irmen in ihrem letzten Profikampf, dass sie eine komplette Kickboxerin ist. Gesprungene Drehsidekicks in die Magengegend, linke Haken zur Leber, eine starke, präzise Führhand. Irmen spulte das komplette Programm ab, das heftige Spuren bei ihrer Kontrahentin hinterließ. Ab der achten Runde schien Michieletto die Kraft auszugehen, sie ließ ihre Arme hängen und wurde sofort mit präzisen Kopftreffern bestraft. In den Ringpausen schien sich Michieletto’s Trainer mehr um ihre stark blutende Nase zu kümmern, als ihr taktische Anweisungen zu geben.

„Du hast das fantastisch gemacht und alles gezeigt, was du kannst“, würdigte Dr. Christine Theiss, ehemalige Profi-Kickboxerin und Weltmeisterin, Irmen‘s Leistung. Sie selbst hingegen, war mit sich nicht ganz so zufrieden. Sie wollte ihren letzten Kampf mit einem Knockout gewinnen, doch dafür sei die Italienerin letztlich zu „zäh“ gewesen. Dass sie auch eine Weltmeisterin zum Anfassen ist, bewies Irmen nach dem Kampf. Sie genoss das Bad in der Menge, ließ sich von ihren Fans feiern und gab geduldig, bis weit nach Mitternacht, Autogramme.